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Ostern und seine Bedeutung

Ein Bokeh blühender Narzissen.
Osterglocken als Symbol der erwachenden Natur zum Osterfest.  © dpa - Bildfunk

Ostern ist zweifellos eines der wichtigsten Feste im christlichen Kalender, denn es dient als Erinnerung an die Auferstehung Jesus Christus und damit die Überwindung seines Todes. In der christlichen Lehre kommt die Ableitung Ostern von Osten. Die Blicke der Frauen, die zuerst am leeren Grab Jesu standen, sollen sich nach Osten zum Sonnenaufgang gerichtet haben, denn sie glaubten, dass Jesus Christus von dort auf die Erde zurück kommen würde.

Eine weitere Erklärung für »Ostern« leitet sich vom althochdeutschen Begriff »Ostara« (Osten), »Eostre« oder »Eoastrae« ab, dem angelsächsischen Namen der teutonischen Göttin der Morgenröte, des Frühlings und der Fruchtbarkeit ab. Es wurde hierbei die grünende Erde und die Liebe bzw. die Morgenröte gefeiert. Keine der Erklärungen ist allerdings allgemeingültig.

Die Karwoche ist die Woche unmittelbar vor Ostern und soll an das Leiden und Sterben Jesus Christus erinnern. Sie beginnt traditionell mit dem Palmsonntag und endet mit Karsamstag.

Der Palmsonntag ist der sechste und letzte Sonntag der Fastenzeit und der letzte Sonntag vor Ostern, an welchem des festlichen Einzugs Jesus Christus in Jerusalem gedacht wird. Das Volk huldigte ihm mit dem Ruf »Hosanna dem Sohne Davids!« als Messias und streute Palmzweige, dem Symbol für Heiligkeit, Unabhängigkeit und Sieg, auf den Weg. Am Palmsonntag werden deshalb feierliche Prozessionen veranstaltet und Palmenzweige, in unseren Breiten in der Regel Buchsbaum, gesegnet. In einer feierlichen Prozession wird das Kreuz Jesus Christus in die Kirche hineingetragen. Im Anschluss an den Gottesdienst nehmen die Gläubigen die Zweige mit nach Hause und stecken sie hinter die im Haus befindlichen Kreuze. Der Palmsonntag ist in den deutschen evangelischen Landeskirchen meist auch noch Konfirmationssonntag.

Mit dem Gründonnerstag beginnt das Triduum Sacrum, das dreitägige Gedenken an das Leiden, das Sterben, die Todesruhe und die Auferstehung Jesus Christus. Der Gründonnerstag erinnert an den Tag des letzten Abendmahles Jesus Christus mit seinen engsten Vertrauten, den zwölf Jüngern, am Vorabend seiner Kreuzigung. In der Abendmesse des Gründonnerstages werden Mitgliedern der Gemeinde vom Priester traditionell die Füße gewaschen. Diese Fußwaschung ist ein Ausdruck der Liebe wie sie Jesus Christus vorgelebt hat.

Mit dem Abschied von Jesus Christus verstummen die Glocken und die Orgeln an diesem Abend bis zur Osternacht. Blumenschmuck und Kerzen werden am Ende der Messe vom Altar entfernt. Es finden zwar trotzdem weiterhin Messen statt, aber in vielen Regionen werden die Menschen nicht durch die Glocken, sondern mit Holzratschen und Klappern zum Gottesdienst gerufen.

Drei Kreuze vor dem Farbenspiel des Himmels.
Die Kreuzigungsgruppe als Sinnbild für Leben, Leiden und Tod Jesus Christus.  © maryd / Fotolia

In Teilen der Oberlausitz wird am Gründonnerstag gebettelt. Dabei ziehen Kinder mit dem Spruch »Guten Morgen, guten Morgen zum Gründonnerstag, gebt mir was in'n Bettelsack...« von Haus zu Haus, um Süßigkeiten zu bekommen.

Nach christlichem Glauben gehören der Karfreitag und der Karsamstag schon zum Osterfest. Jedoch beginnt Ostern offiziell erst mit dem Nachtgottesdienst am Karsamstag.

Der Begriff Karfreitag stammt von althochdeutsch »kara« und bedeutet »Wehklage«, denn an diesem Tag gedenken die Christen der Kreuzigung und des Todes Jesus Christus. Der Leidensweg Jesus Christus am Karfreitag umfasst 14 Stationen von der Verurteilung zum Tode, dem Tragen des Kreuzes zum Hügel Golgota vor Jerusalem bis zur seiner Kreuzigung und der Niederlegung des Leichnams Jesus Christus in die Grabstätte.

Für viele Christen ist der Karfreitag der höchste und gleichzeitig der traurigste Feiertag im kirchlichen Kalender. Die Gemeinde versammelt sich zum Gottesdienst mit der Verlesung der Passionsgeschichte aus dem Johannesevangelium, zur Kreuzverehrung und zur Kommunionfeier.

Für katholische Christen ist der Karfreitag noch heute ein strenger Fastentag. Dabei wird generell auf Fleisch verzichtet und stattdessen vielerorts Fisch verzehrt. Der Fisch gilt als eines der ältesten Symbole, mit dem sich Christen während der Zeit ihrer Verfolgung zu erkennen gaben. Das Wort Fisch heißt auf Griechisch »Ichthys« und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von »Iesos Christos Theou Yios Soter«, zu Deutsch »Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter«, zusammen.

Am Karfreitag ist außerdem das Abhalten von Tanz- oder Sportveranstaltungen verboten. Auch Theater müssen in ihrem Spielplan den Karfreitag berücksichtigen, denn es dürfen keine reinen Komödien gespielt werden.

Der Karsamstag ist der erste Tag nach dem Tod Jesus Christus und der Tag der Grabesruhe. An diesem Tag wurden laut Überlieferung Wachen am Grab Jesus Christus aufgestellt, um dessen Leichnam vor Diebstahl zu schützen. Nur so konnte die Kunde von Christus Auferstehung ins Land getragen werden und die Hoffnung auf ein besseres Leben keimen.

Erst in der Nacht zum Ostersonntag kommen die Christen zur Feier der Auferstehung zusammen, verbunden mit der Weihung des Osterwasser, des Osterfeuer und der Osterkerze. Die Glocken, die sich am Gründonnerstag nach dem Abendmahlsgottesdienst verabschiedet hatten, kehren am Karsamstag in der heiligen Osternacht wieder mit vollem Klang zurück.

Das Osterfest beginnt offiziell mit der Versammlung der Gläubigen in der Osternacht, in der sie den auferstandenen Jesus Christus erwarten, der kommen soll, um sie zu retten.

Die Feier der Osternacht gliedert sich in vier Teile: die Lichtfeier, den Wortgottesdienst, die Tauffeier und die Eucharistiefeier. Bei der Lichtfeier wird eine brennende Kerze in die Dunkelheit der Kirche getragen. Diese Kerze ist das Zeichen für Christus, der durch seine Auferstehung Licht in das Leben brachte. Im Wortgottesdienst werden mindestens fünf Passagen aus der Bibel gelesen, darunter eine Auferstehungserzählung. In der Tauffeier werden die Täuflinge in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen und verpflichten sich, nach christlichen Maßstäben zu leben. Die Eucharistiefeier, auch Brotbrechen oder Abendmahl genannt, dient zur Danksagung für die Errettung durch Jesus Christus und der Feier des neuen Lebens. Nach diesem Gottesdienst erklingen die Glocken wieder, die am Abend des Gründonnerstag verstummt waren.

Ein Laib Brot und ein Glas Wein stehen auf einem Tisch.
Zu Ostern wird die Fastenzeit traditionell beendet.  © Magdalena Kucova / Fotolia

Der Ostersonntag stellt gleichzeitig auch das Ende der Fastenzeit dar und den Beginn der österlichen Freudenzeit, die fünfzig Tage bis einschließlich Pfingsten dauert. Am Ostersonntag wird die Auferstehung Jesus Christus von den Toten gefeiert und gleichzeitig auch das Triduum Sacrum, die heiligen drei Tage, beendet.

Am Ostermontag werden für gewöhnlich die ersten Ausflüge ins Grüne, früher auch zu Waldkapellen oder benachbarten Kirchen gemacht. Dies geht zurück auf den Gang der beiden Jünger Christi von Jerusalem nach Emmaus, wo ihnen der auferstandene Jesus von Nazareth begegnet. Meist beginnt der Emmausgang vor der Pfarrkirche und endet bei einer Kapelle.

Mit der Verkündung des Kommens des Heiligen Geistes zum Pfingstfest ist Ostern feierlich beendet.

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