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Das Osterreiten

Das Osterreiten ist ein sorbischer Brauch, der besonders in der katholischen Oberlausitz (im Gebiet zwischen den Städten Kamenz, Hoyerswerda und Bautzen) gepflegt wird. Auf festlich geschmückten Pferden reiten Männer durch die sorbischen Gemeinden, um die frohe Botschaft der Auferstehung Jesu Christi zu verkünden.

Osterreiterpaar führt mit christlichen Bannern eine lange Osterreiterprozession über die sorbischen Dörfer an.
Der Osterreiterzug wird von den Fahnenträgern angeführt.  © dpa – Bildfunk

Die Vorbereitungen dieser jahrhundertealten Tradition beginnen meist schon am Karfreitag und Karsamstag. Die oftmals von weit her ausgeliehenen Pferde werden gebürstet und gestriegelt, die Mähnen und der Schweif werden gewaschen und zum Teil aufwendig geflochten. Auch das Pferdegeschirr wird häufig mit frischen Blumen geschmückt. Am Festtag tragen die Pferde außerdem bunt bestickte Schleifen, nicht selten mit der sorbischen Fahne versehen.

Ab einem Alter von 14 Jahren dürfen junge Männer am Osterreiten teilnehmen. Als Erkennungszeichen tragen sie dann einen kleinen grünen Kranz an der Brust.

Am Ostersonntag reiten die Männer in Frack und Zylinder auf festlich geschmückten Pferden in die Nachbargemeinde, um dieser die Botschaft von der Auferstehung zu verkünden. Ein Prozessionszug kann aus bis zu 450 Reitern und Pferden bestehen.

Osterreiter im Profil vor der hoch stehenden Sonne.
Die festliche Tracht der Osterreiter besteht aus dem Gehrock und Zylinder.  © dpa – Bildfunk

Die Strecken der Prozessionszüge sind festgelegt und führen durch möglichst viele Dörfer, um dort die frohe Botschaft in Form sorbisch-sprachiger Kirchenlieder weiterzutragen. Der Tradition zufolge dürfen sich die einzelnen Prozessionen auf ihrem Weg untereinander nicht begegnen.

Den Abschluss des Osterfestes bildet ein gemeinsamer Dankgottesdienst aller Reiter am Osterdienstag.

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