1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Ullrich Scheunert

Schlaue Sensoren

Dr.-Ing. Ullrich Scheunert ist Geschäftsführer der Chemnitzer FusionSystems GmbH. Im Jahr 2005 wurde das Unternehmen aus der Technischen Universität Chemnitz heraus gegründet und beschäftigt sich mit Sensor-Daten-Fusion und intelligenter Signalverarbeitung im Automobilumfeld und der Produktion.

Foto: Ullrich Scheunert

Ullrich Scheunert bei der Arbeit
(© FusionSystems GmbH)

Herr Scheunert, für welches Problem haben Sie eine Lösung gefunden?

Unsere Lösungen werden da eingesetzt, wo einfache Signalverarbeitung und einzelne Sensoren nicht ausreichen, um ein Erkennungsproblem zu lösen oder eine Szene automatisch zu bewerten. Wir haben uns auf die Fusionierung von Daten spezialisiert, die von mehreren oder von verschiedenartigen Sensoren kommen. Dafür modellieren wir zunächst Systeme sowie Sensoren und entwickeln schließlich Software für die intelligente Verknüpfung der Sensordaten. Unser Vorteil dabei ist, dass die Mitarbeiter von FusionSystems über grundlegende Erfahrungen aus Projekten in der Automobilindustrie verfügen und teilweise auch in Forschungsprojekten und der Umsetzung der Forschungsergebnisse in kundennahe Lösungen gearbeitet haben.

Worin besteht die Schwierigkeit?

Bei Fahrerassistenzsystemen und »Fahrerlosen Transportsystemen« zum Beispiel, die Fußgänger und andere Hindernisse erkennen sollen, erfassen Sensoren über Bildverarbeitung das Umfeld und über Laserabstandssensoren die Entfernungen. Die verschiedenartigen Messergebnisse, also Bilder und Abstandsmessungen, müssen einander zugeordnet werden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Daten zu verschiedenen Zeitpunkten entstehen bzw. sich das zu erfassende Fahrzeug bewegt.

Wo werden Ihre Entwicklungen angewendet?

Zum Beispiel verwendet sie die Automobilindustrie in Fahrerassistenzsystemen. Sie werden auch in der industriellen Bildverarbeitung zum Erkennen und Vermessen von Arbeitsmaterial, Bauteilen oder zur Qualitätskontrolle oder in der Umfelderkennung für »Fahrerlose Transportsysteme« in Industrieanlagen eingesetzt. Zu unseren Kunden zählen hauptsächlich die sächsische Fahrzeugzulieferindustrie sowie der Maschinen- und Anlagenbau.

Welche Rolle wird die Sensordatenfusion in den nächsten Jahren spielen?

Die Sensordatenfusion ist ein Markt der Zukunft. Das automatische, sichere und genaue Erkennen von komplexen Szenarien wird immer wichtiger. Überall wo man Geräten mehr Autonomie verleihen möchte, muss man über den bisher üblichen Stand der Technik hinaus gehen.

Wird das Auto der Zukunft also ohne Fahrer durch den Verkehr steuern?

Das ist eine sehr diffizile Frage. So etwas ist nicht das Nahziel, wir konzentrieren uns momentan auf unterstützende Systeme. Der sich selbst steuernde PKW ist aber nicht unrealistisch. Schon bestehende Systeme werden immer besser und irgendwann wird dieses Thema auch auf der Tagesordnung stehen. Für uns Ingenieure ist es jedoch nach wie vor eine spannende Herausforderung.

Stand: Mai 2013

Marginalspalte

Weitere Informationen

© Sächsische Staatskanzlei