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Thomas Herrmann

Ein Sachse vernetzt Welten

Thomas Herrmann, Geschäftsführer des Dresdner IT-Dienstleisters ENTIRETEC, ist Sachsens Unternehmer des Jahres 2009. Der damals 35-Jährige gründete die Firma sechs Jahre zuvor und ist mittlerweile Chef einer international agierenden Aktiengesellschaft. Mit maßgeschneiderten Netzwerk- und Kommunikationslösungen vernetzt ENTIRETEC Unternehmen in Europa, Asien und Afrika.

Thomas Herrmann, Geschäftsführer des Dresdner IT-Dienstleisters ENTIRETEC, ist Sachsens Unternehmer des Jahres 2009.

Thomas Herrmann, Geschäftsführer des Dresdner IT-Dienstleisters ENTIRETEC, ist Sachsens Unternehmer des Jahres 2009.
(© Ronald Bonß)

Sie haben schon als Schüler Ihren ersten Computer gebaut. Woher kam dieser frühe Eifer?

Anfang der 80er Jahre herrschte in der DDR Aufbruchstimmung in Sachen Computertechnik und Mikroelektronik. Damalige ehrgeizige Ziele, zum Beispiel die Entwicklung des eigenen 1-Megabit-Computerchips, sollten mit gezielten Leistungskadern in der IT-Technik gestützt werden. Ich kam mit zehn Jahren ins Schülerrechenzentrum von Robotron in Dresden. Bis zum Ende meiner Schulzeit war ich neben vielen Praktika dreimal pro Woche dort und habe nebenbei zu Hause weitergebastelt.

Wie ging es dann weiter?

Nachdem diese Leistungsförderung eingestellt wurde, hat Siemens-Nixdorf einige von uns übernommen. Die Arbeit dort hat mich allerdings bald nicht mehr ausgelastet und deshalb wechselte ich zu einer Siemens-Tochter, war dort einige Jahre leitend tätig. So richtig zufrieden war ich aber nicht, fühlte mich häufig in meinem Entwicklungs- und Tatendrang eingeengt.

Also haben Sie beschlossen, Ihre eigene Firma zu gründen.

Ja, das war die logische Konsequenz. Wenn man immer denkt, dass man es selber besser kann, muss man es sich irgendwann auch mal beweisen. Ich habe mir 25.000 Euro geborgt und mich 2003 selbstständig gemacht. Während meiner Zeit bei der Siemens-Tochter hatte ich viele Kontakte in der Branche geknüpft und einige meiner damaligen Kollegen haben sich bei ENTIRETEC wieder zusammengefunden. Wir hatten also von Anfang an einen gewissen Stand bei den Kunden, haben teilweise frühere Projekte unter dem neuen Namen weitergeführt. Mit viel Fleiß und unseren immer ehrgeizigen Zielen vor den Augen konnten wir dann sehr schnell Erfolge verzeichnen. Das haben wir uns bis heute erhalten.

Mittlerweile agiert die ENTIRETEC AG von sechs Standorten in Deutschland, der Schweiz, Lettland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Malaysia aus. Wie war diese rasante Entwicklung möglich?

Wir sind mit unseren Kunden und deren Ideen und Wünschen gewachsen, sind einfach dorthin gegangen, wo wir gefragt waren. Wenn bei uns jemand an der Tür klopft und sagt: »Ich brauche Euer Know-how in Kapstadt«, dann fahren wir eben auch nach Kapstadt.

Wieso ist Ihr Unternehmen in Sachsen dagegen eher wenig bekannt?

Wir haben bei all den internationalen Projekten die PR hier zu Hause ein wenig vernachlässigt. Umso erfreulicher ist es, dass wir hier sehr gut unterstützt werden – wie zum Beispiel beim Neubau unserer Firmenzentrale in Dresden 2007. Das enorme Engagement der Stadt und der Sächsischen Aufbaubank hatte ich so nicht erwartet.

Sie geben der Stadt und der Region aber auch viel zurück.

Wir engagieren uns in verschiedenen sozialen Projekten, das ist richtig. Beispielsweise unterstützen wir seit Jahren den Stoffwechsel e.V., der viele Aktivitäten für Jugendliche anbietet und die Problemkids so von der Straße holt. Aktuell haben wir ein Ruderboot für einen Dresdner Kanuverein gesponsert. Ich finde es wichtig, selbst etwas zu tun, anstatt sich immer nur über die heutige Jugend zu beklagen.

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