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Dr. Thole Züchner

Leuchtende Eiweiße

Dr. Thole Züchner erforscht neue Methoden zum Proteinnachweis. Der Biochemiker leitet eine zehnköpfige Wissenschaftlergruppe im Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum (BBZ) der Universität Leipzig. Das BBZ ist Teil der BioCity Leipzig, in der sich mehr als 25 Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen der Biotechnologie angesiedelt haben.

Porträt Thole Züchner

(© Thole Züchner)

Wozu dient ein Proteinnachweis?

Viele Krankheiten des menschlichen Körpers, wie zum Beispiel Alzheimer, Krebs oder Herz-Kreislauferkrankungen, werden von krankhaften Proteinen verursacht oder man misst die Menge eines bestimmten vorhandenen Proteins, um den Krankheitsverlauf zu beurteilen. Je früher man diese nachweisen kann, desto besser für den Patienten. Momentan sind für solche Untersuchungen verhältnismäßig große Mengen an Proteinen nötig oder der Arzt benötigt dazu mehrere Stunden. Das verhindert zum Teil, dass der Arzt eine Krankheit bereits im Frühstadium erkennen kann bzw. dauert die Untersuchung einfach zu lange. Gerade in der Notfallmedizin, wenn der Arzt innerhalb von Sekunden wissen muss, was im Körper vor sich geht.

Wie werden die krankhaften Proteine gefunden?

Mit speziellen Färbemethoden. Wissenschaftler färben Eiweißproben unter anderem mit fluoreszierenden Stoffen ein. Diese markieren die krankhaften Moleküle. Das Problem dabei ist die Hintergrundfluoreszenz. Das zu untersuchende Material, z.B. eine Blutprobe, leuchtet selbst. Eine Art Milchglasscheibe überdeckt das markierte Molekül.

Deswegen gehen Sie einen anderen Weg.

Wir hier am Institut für Bioanalytische Chemie der Fakultät für Chemie und Mineralogie arbeiten mit zeitaufgelösten Farbstoffen. Außerdem nutzen wir hochmoderne Geräte, wie Fluoreszenzscanner der neuesten Generation. Erst wenn nach wenigen Nanosekunden die Hintergrundfluoreszenz abgeklungen ist, beginnen wir mit dem Screening der Probe auf die gesuchten Eiweiße. Damit können wir z.B. krankheitsspezifische Eiweiße bereits nach 90 Sekunden nachweisen, ohne dass wir die Blutprobe vom Patienten irgendwie für die Messung weiter vorbereiten müssten.

Arbeiten Sie mit Kooperationspartnern?

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt unser Projekt. Bei der Entwicklung arbeiten wir eng mit anderen regional und überregional ansässigen Unternehmen der Biotechnologiebranche, Ärzten und Geräteherstellern zusammen.

Wann werden Ihre Forschungen marktreif sein?

Wir arbeiten momentan mit Hochdruck daran, die bereits vorhandenen Technologien für die Kommerzialisierung weiter zu optimieren. Ich bin aufgrund des hohen Marktbedarfs und der Einzigartigkeit unserer Technologien sehr optimistisch, dass wir bereits in wenigen Jahren in signifikanter Breite auf dem Markt vertreten sein werden.

Stand: Mai 2013

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