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Claudia Riedel

Visionärin in Sachen Brille

»Ein Aushängeschild des Handwerks« sei Claudia Riedel, sagte der Präsident der Sächsischen Handwerkskammer. Der Anlass: Die damals 37-jährige Schaulust-Geschäftsführerin erhielt im Jahr 2009 den Gründerinnenpreis des Freistaates Sachsen für ihr innovatives Unternehmenskonzept.

Foto: Claudia Riedel

Claudia Riedel
(© Roman Kuhn)

Was macht aus Ihrer Sicht Ihr Unternehmen zu einem der innovativsten in Sachsen?

Sicher unsere Philosophie: Wir legen Wert auf einen ganzheitlichen Ansatz. Die Kunden sollen Spaß haben an ihren Brillen und sie sollen zum gesamten Auftritt und den Sehgewohnheiten des Kunden passen. Wir haben uns in einer Nische etabliert, hochwertige und modische Brillen anzubieten. Dabei arbeiten wir sehr gern mit kleinen Herstellern zusammen, die wir auf den europäischen Brillenmessen finden. Vor allem aber gehen wir ungewöhnliche Wege bei der Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter.

Inwiefern?

Wir arbeiten auch mit Quereinsteigern und haben sogar freie Mitarbeiter. Das ist in unserem Handwerk absolut unüblich. Trotzdem haben bei uns alle Mitarbeiter den gleichen Ausbildungsstand. Wir beschäftigen zum Beispiel eine hervorragende Zahntechnikerin. Sie bringt alle handwerklichen präzisen Fertigkeiten mit. Sie hat sich im Team, aber auch in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der Industrie, das nötige Fachwissen angeeignet. Ich lege außerdem Wert darauf, dass alle Mitarbeiter einen Blick für Mode und Trends entwickeln, so etwas muss trainiert werden.

Wie sind Sie selbst zum Thema Brille gekommen?

Es war eigentlich eher Intuition. Meine Kindheit habe ich mit Sport verbracht, dann aber doch eine Lehre als Optikerin begonnen. Meine Eltern hatten einen Bekannten, der Brillen selbst baute. Da konnte ich schnuppern – und damals hat es mich gepackt. Danach war ich fünf Jahre lang bei einer großen Optikerkette. Dort habe ich richtig viel über Teamleitung und Organisation gelernt, aber auch erfahren, wie wichtig eine große Vision ist.

Und Ihre Vision?

Wir wollen die Nummer 1 in Dresden in unserem Segment sein. Wir möchten unsere Kunden zum Thema Brille verwöhnen, ihnen die Freude an der Brille mitgeben. Sicher ist meine Vision auch ein bisschen davon abhängig, wie sich Dresden als Stadt entwickelt. Denn wenn ich im Fashion-Bereich die Mitarbeiter haben will, die ich brauche, dann muss die Stadt den Leuten Lebensqualität bieten. Und da bewegt sich was: Es entstanden viele neue Kaufflächen, eine richtig gute Gastronomie und, fast das Wichtigste, man kann hier etwas bewegen und die Stadt vorwärts bringen.

Sie kommen aus Leipzig. Was hat Sie an Dresden gereizt?

Natürlich der Markt. Ein Freund hatte mir erzählt, dass sein Lieblingshersteller in Dresden keine Abnehmer hat. Ich habe mir den Markt angeschaut und ein erstes Konzept geschrieben. Dabei habe ich gemerkt, dass Dresden gut für manche Konzepte ist, ganz sicher für meines.

Warum?
Die Dresdner sind anspruchsvoll, stilvoll, sie wollen Qualität. Gleichzeitig gibt es aber so eine Zurückhaltung, Luxus wird nicht gerne zur Schau gestellt. Das hat meine Vision unterstützt: Dezent, weniger laut, keine Labels. Das heißt aber auch, dass die Dresdner oft nicht zeigen, wie stolz sie auf ihre Stadt sein können. Denn dieser Mix aus Architektur und Landschaft ist wirklich einzigartig. Ich jedenfalls bin hier angekommen.

Stand: Mai 2013

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