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Jan Vogler, Cellist und Intendant der Dresdner Musikfestspiele

Jan Vogler begann 1997 seine Solo-Karriere und zog nach New York. Außerdem ist er Künstlerischer Leiter des Moritzburg Festivals und Intendant der Dresdner Musikfestspiele.

Jan Vogler begann 1997 seine Solo-Karriere und zog nach New York. Außerdem ist er Künstlerischer Leiter des Moritzburg Festivals und Intendant der Dresdner Musikfestspiele.
(© Sasha Gusov)

1984, mit nur 20 Jahren, wurde Jan Vogler erster Konzertmeister Violoncello bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden. 1997 begann er seine Solo-Karriere und zog nach New York. Inzwischen ist er außerdem Künstlerischer Leiter  des Moritzburg Festivals und seit 2008 Intendant der Dresdner Musikfestspiele.

Sie leben in Dresden und New York. Warum sind Sie nach wie vor gerne im Elbflorenz?
Dresden ist meine musikalische Heimat, hier wurde ich entscheidend geprägt, mehr als in jeder anderen Stadt der Welt. Hier gehört Kultur zum Leben, das macht Dresden für mich als Musiker natürlich attraktiv.

Was sind die Pfunde, mit denen die Sachsen wuchern können?
Ich denke da gar nicht so sehr an die Tradition, vielmehr an die wiederaufgebaute Stadt Dresden. Der Film »Interregnum Dresden 1991« macht das deutlich: Heute kann man kaum glauben, wie kaputt die Stadt damals noch war. Der Wiederaufbau ist für die Musikfestspiele, aber auch das Moritzburg Festival eine große Chance. Er wirkt sich erheblich auf das Musikinteresse aus. Dem Wunsch, hier etwas ganz Besonderes hören zu können, wollen wir entsprechen. Deshalb halte ich auch den musikalischen Austausch zwischen der Welt und Dresden, die Betonung von Internationalität und Modernität für sehr wichtig. Die bedeutendsten Interpreten der Welt locken wir hierher.

Von welchen Stärken Sachsens spricht man in der weiten Welt?
Ich glaube, es zählen weniger die einzelnen Bundesländer in den USA oder in Asien. Wichtig ist die kulturelle Identität, die wir zum Beispiel mit den Musikfestspielen in die Welt tragen. Auch wenn wir in Asien die europäische Einheit demonstrieren – Dresden ist im dortigen Verständnis ein Symbol für Kultur.

Warum lohnt es sich, die Intendanz der Dresdner Musikfestspiele zu bekleiden?
Weil es da ein großes Potenzial gibt. Die Neuausrichtung, die ich nach Beginn meiner Intendanz für meinen ersten Festspieljahrgang 2009 initiiert habe, wurde sehr gut angenommen. Wir haben die wichtigen Interpreten unserer Zeit gebündelt. In New York kann ich die dazu notwendigen Kontakte aufbauen, denn da kommt jeder Interpret zweimal im Jahr vorbei. Das ist für die Musikfestspiele extrem wichtig. Und in der Kombination liegt die Stärke: Wenn man in Dresden neben einem tollen Konzert noch die Museen und die Semperoper besuchen kann. Diese starke Infrastruktur ermöglicht ein großes Kulturerlebnis.

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