1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Volkmar Rauchfuß, Geschäftsführer des Elektromotorenwerks Grünhain

Portrait Volkmar Rauchfuß

Volkmar Rauchfuß ging 2004 nach Polen und kehrte 2007 zurück nach Sachsen.
(© Volkmar Rauchfuß)

Volkmar Rauchfuß ging 2004 nach Polen, um im Auftrag seiner damaligen Firma, des Elektronikherstellers Saia-Burgess, in Katowice eine Gesellschaft zu gründen und einen Fertigungsbetrieb aufzubauen. Seit 2007 ist der gebürtige Dresdner zurück in Sachsen und leitet im erzgebirgischen Grünhain das Elektromotorenwerk.

Was haben Sie vermisst, als Sie in Polen lebten?
Das private Netzwerk, das sich erst langsam wieder aufgebaut hat. Und natürlich das Sächsische an sich. Weniger übrigens die sächsische Küche, denn die hat mit der schlesischen recht viel gemeinsam.

Was hat Sie nach zweieinhalb Jahren wieder zurückgelockt?
Mit dem Herzen hänge ich sehr an Dresden, was man sicher gut verstehen kann. Außerdem leben meine beiden Töchter hier. Und von vornherein war klar, dass auf Dauer ein Einheimischer das Werk leiten sollte. Also suchte ich nach zwei Jahren gezielt einen Nachfolger.

Das Elektromotorenwerk im erzgebirgischen Grünhain

Das Elektromotorenwerk im erzgebirgischen Grünhain
(© Volkmar Rauchfuß)

Waren Sie in dieser Zeit regelmäßig in der Heimat?
Ja, denn mein Haus in Dresden habe ich natürlich behalten. An den Wochenenden waren wir oft da und haben dadurch den Wiederaufbau der Frauenkirche mitverfolgt, der ja in dieser Zeit stattfand. Was mich auch sehr freut, ist die geschlossene Rekonstruktion des Schlosses. Als Kind hatte ich es durch den Zaun als Ruine gesehen. Jetzt ist es fantastisch geworden mit seinen Museen, dem schönen Hof, der Renovierung ringsum, das begeistert mich.

Was sind für Sie die Stärken Sachsens und seiner Bewohner?
Der Fleiß und ein gesunder Ehrgeiz, gut und erfolgreich zu sein. Und ein gewisser Erfindungsgeist, was man auch daran erkennen kann, wie sich die Wissenschaft hier entwickelt und welche Potenziale sie hat. Es gibt auch einen großen Zusammenhalt, zusammen wird man es schon schaffen. Schaffe, schaffe … darin sind wir den Schwaben ähnlich. Hier im Erzgebirge wird außerdem besonders die Tradition gepflegt. In Industriezweigen wie dem Werkzeugbau oder der Textilindustrie ist es gelungen, die alte Tradition fortzupflanzen. Die heutigen Betriebe sind kleiner, aber erfolgreich. Echte Highlights.

Aus der Außenperspektive, die Sie eingenommen hatten: Worauf dürfen die Sachsen stolz sein?
Auf das Erreichte in der Gesamtaufstellung, die moderne Infrastruktur, dass die Voraussetzungen geschaffen wurden, die für die Zukunft wichtig sind. Auf die Investitionen in jede mögliche Richtung und die Technologieförderung. In anderen Regionen, etwa in Osteuropa, sind die Mittel nicht so reichlich, sie haben mehr Nachholbedarf.

Warum sind Sie gerne Sachse?
Wegen des Wohlfühlfaktors: Ich fühle mich mit der Region verbunden, Umgebung und Infrastruktur passen. Und wenn die Unternehmen  für gute Produkte und Dienstleistungen sorgen, können sie auch den Nachwuchs halten. Es muss klar sein, dass Motoren aus Sachsen nicht billiger sind, sondern Qualitätsprodukte, und dass wir effektiv arbeiten, um weit vorne zu sein. Das sage ich auch immer meinen Mitarbeitern.

Marginalspalte


213_sehnsuchtsachsen

© Sächsische Staatskanzlei